1. Tag: Amsteg–Göschenen
Wir sind schon am Vorabend nach Amsteg angereist und sitzen nun beim Frühstück, geniessen den dünnen Morgenkaffee, vor allem aber das schöne Ambiente des historischen Hotels Stern&Post, das uns bereits auf das Thema unserer Wanderung auf der Via Gottardo über den Gotthard nach Airolo einstimmt: die Verkehrswege über den wichtigsten Alpenpass. Ab Amsteg beginnt die Steigung z'grächtem. Wir lassen uns Zeit zum Schauen, betrachten die Bauten der dicht gedrängten Verkehrswege. Wanderweg, Strasse, Autobahn, Bahn, alle zwängen sich durch das enge Tal. Zur Bahn gibt es entlang des Weges immer wieder Schautafeln mit interessanten Details zu einzelnen Bauwerken. Für die Strassen- oder Autobahnbauten fehlen solche Informationen (noch?). Es wäre beispielsweise interessant, mehr über die aus Stahlseil geflochtenen Steinschlagsicherungen für die Autobahn zu erfahren.
Auch der Wanderweg ist teilweise spektakulär. Der Weg unterquert einen Sturzbach dank einem Tunnel (mit Lichtschalter!) und überspannt die rauschende Reuss unterhalb von Gurtnellen mit einer beeindruckenden Hängebrücke. Dazwischen treffen wir am Wegrand in einem kleinen Weiler einen Stuhl, darauf eine Holzschachtel mit kleinen Bergkristallen und eine leere Kartonkasse. Wer hier nicht weich wird, hat kein Herz.
Kurz vor Göschenen steht fröhlich winkend ein automatischer Urner auf der Autobahn und schürt die Vorfreude der Reisenden auf den berühmten Gotthardstau. Ein Ferienvergnügen, an dem wir Wanderer nur passiv teilhaben können.






